Neil Gaiman – American Gods: eine Rezension

57 American GodsAutor Neil Gaiman
Übersetzer Hannes Riffel
Titel American Gods
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl  672 Seiten
Verlag Eichborn Verlag
ISBN  3847905872
Preis 14,00 €
Genre Mystery, Mythologie, Fantasy
Erschienen 15. Mai 2015

Inhalt

Shadows Welt sieht plötzlich ganz anders aus, als er frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Seine Frau Laura ist verstorben und nach der Beerdigung nimmt er das Jobangebot des etwas komischen Mr Wednesday an. Ab diesem Moment widerfahren ihm Menschen und Erlebnisse, die er sich nie hätte erträumen können. Brutal wird er hineingezogen in die Welt der Opfergaben, der Huldigungen und der Götter Amerikas.

Meine Meinung

Es war ein Notfall! Ich hatte mein Buch daheim liegen lassen und eine sehr lange Zugfahrt vor mir, demnach musste bei einem Zwischenstopp in einer Bahnhofbuchhandlung irgendein Buch innerhalb von zwei Minuten erworben werden und meine Wahl fiel dann eher intuitiv auf ein Buch von Neil Gaiman. Nach »Der Fluch der Spindel« wollte ich unbedingt noch einmal etwas von ihm lesen und deswegen hab ich dann genau dieses Prachtexemplar gekauft. Ein Drittel des Buches wurde dann gleich auf der Zugfahrt verschlungen, für den Rest hab ich etwas länger gebraucht, weil die 600 Seiten mit wenig freier Zeit nicht so leicht aufgenommen werden können.

Die Geschichte hinter dem Cover – das durchaus passt, aber das passt ja Mr Wednesdaybekanntlich viel – hat durchaus einen roten Faden und hält auch den einen oder anderen Plottwist bereit, wirkt aber sonst eher durchwachsen. Ist sicher nicht für jeden etwas, wenn die Sprünge zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder so groß sind. Es werden mehr als einmal neue Charaktere eingeführt, die allerdings nie wieder eine Rolle spielen, in diesem Einschieber aber,  die Hauptfigur sind.
Es hat durchaus gepasst, weil durch diese Charaktere die Geschichte rund um die Götter Nordamerikas von noch ganz anderen Seiten beleuchtet wird, sehr cool!

Die Geschichte um Shadow ist da schon eher leicht verständlich, mit vielen Metaphern, aber leicht verständlich. Das Ende war für mich unerwartet, aber alles wurde erklärt und hat so einen runden Bogen geschlossen.

ShadowShadow ist die Hülle, in der wir mit Mr Wednesday und ihm durch Amerika reisen, er nimmt nicht so viel Platz ein in diesem Roman, obwohl er die Hauptperson ist. Es ist aber auch schwer, sich Gehör zu verschaffen, wenn um einen herum absolut exzentrische Wesen und Menschen wuseln. Shadow ist ein typischer Hauptcharakter, mit dem man sich schon irgendwie identitfizieren kann. Er hat eine krass coole Charakterwandlung!

Mr Wednesday ist ein unglaublicher Schlack, er könnte einen Mafiaboss spielen, wenn er nicht etwas ganz anderes wäre. Aber auch andere Charaktere sind super ausgebaut, haben mit Liebe zum Detail alle ihre Macken und ihre Lebendigkeit.

Neil Gaimans Schreibstil ist wohl einer der Hauptgründe, warum ich mir dieses Buch gekauft habe, einfach weil er ungemein angenehm schreibt, aber auf eine wirklich gute Art und Weise. Nicht etwa wie zahlreiche Jugendbücher in diesem sehr einfachen Schreibstil geschrieben sind, der eben nicht so anspruchsvoll ist. Das ist bei Neil Gaiman anders, er schreibt anspruchsvoll, aber noch so, dass es nicht anstrengend ist.

WARNUNG
Es werden schon durchaus mehrere erotische Szenen und starke Gewaltszenen beschrieben, steht aber nicht im Mittelpunkt. Leichte Kost ist es trotzdem nicht, muss man schon aushalten können.

Autor

Der Engländer Neil Gaiman, 1960 geboren, arbeitete zunächst in London als Journalist und wurde durch seine Comic-Serie Der Sandmann bekannt. Neben den Romanen Niemalsland und Der Sternwanderer schrieb er zusammen mit Terry Pratchett Ein gutes Omen und verfasste über seinen Kollegen und Freund Douglas Adams die Biographie Keine Panik!. Er lebt seit einigen Jahren in den USA.

Fazit: Ist für die Mythologieheinis da draußen etwas, für die Fantasyfreunde, für die Abenteuergeschichtenliebhaber, für die Neugierigen. Das ist schon deepe Fantasy bzw eben ganz viel Mythologie mit einem ungemeinen Wissensschwank, den man noch mit raus nimmt.

Plot                       ✪✪✪✪✪/5✪
Cover                          ✪✪✪/5✪
Charaktere             ✪✪✪✪/5✪

Das könnte Dich auch interessieren...

1 Antwort

  1. 1. Oktober 2017

    […] FSJ Kultur – es ist vorbei! 19. September: PodGedichtung #3 – wuhui! 27. September: Neil Gaiman – American Gods: eine Rezension 28. September: Lyrics: Tame Impala – Feels Like We Only Go […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.