Bov Bjerg – Auerhaus: eine Rezension

Autor Bov Bjerg
Titel Auerhaus
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 236 Seiten
Verlag Aufbau Verlag
ISBN  9783746632384
Genre Jugendbuch, Growing-Up, Leben-Tod-whatever-dingens
Erschienen 2015

Inhalt

Höppner und seine Freunde ziehen ins Auerhaus und hören viel Radio und leben das Leben und schweben dabei immer wieder mit dem Melancholiegeist um die Wette, weil man lebt nur einmal und wie Frieder, Vera, Cäcilia, Harry, Pauline und Höppner sind wir alle, weil alle ein bisschen weird sind und alle ein bisschen am Rad drehen, weil die Welt sich scheinbar plötzlich komisch anfühlt, weil man noch so jung ist und nicht so genau weiß, was man will, ne? (das ist EIN Satz)

Meine Meinung

Ich hab es mit der Inhaltsangabe versucht: ich hab versucht zu beschreiben um was es genau geht, aber es hat nicht so wirklich EIN entscheidendes Thema dieses Buch, vielmehr so ein allgemeines Leben.
Ich hab mir »Auerhaus« auf das Anraten einer Bekanntschaft gekauft, die ich zum Kaufzeitpunkt gerade mal zwei Tage kannte und von der ich trotzdem relativ schnell wusste, dass wir sicherlich sehr unterschiedliche Menschen sind und sicherlich auch sehr unterschiedlichen Buchgeschmack haben. Trotzdem und vielleicht gerade deswegen wollte ich es ausprobieren, mal was anderes und so ne?
Ja und dann lese ich ja im Moment immer noch meine ungelesenen Bücher alphabethisch, allerdings war ich dann zu lange in der Douglas Adam-Welt gefangen und deswegen hab ich mir gedacht, machen wir mal einen ganz anderen Ausflug – so als Abwechslung.
Dann startet man in diese Geschichte, die am Anfang und irgendwie halt auch bis am Ende an eine dieser Tragödien aus dem deutschen Filmgeschäft erinnert.
Alles wirkt ein bisschen neben der Spur, alles ein bisschen zu abgehakt, alles in absoluter Anti-Hollywood-Manier und bloß immer schön ehrlich und krass und schockig, aber auf nüchterne Art und Weise.
Ein Stil, den ich bei Rainbow Rowell sehr gerne mag, dem fehlt bei Auerhaus irgendwie die poetische Komponente.
Verdammt dünnes Buch – das ist es ja dann auch noch: echt dünn und echt kurz!
Gleichzeitig soll dir suggestiert werden, dass recht viel passiert, weil immer wieder gewisse Momente ausgelassen werden. Was bei anderen Geschichten in Ordnung ist, lässt hier alles in diesem absurden Licht stehen und genau das ist es wohl, Bov Bjergs Schreibstil – absurd.
Nicht dass er schlecht schreiben würde, einfach absurd.
Die Figuren sind alle nicht wirklich greifbar, am wenigsten Höppner, aus dessen Sicht wir die Geschichte um eine Gruppe von intelligent tiefsinnigen Jugendlichen lesen.
Zu wenig Gefühl, zu viel Sachlichkeit. Ich verstehe schon, dass er nicht kitschig schreiben will, was ja leider oft diese Geschichten »aus der Jugend« widergeben, aber so ganz ohne alles finde ich auch wahnsinnig unangenehm.
Ist ein Stil, aber nicht so recht meiner.
Zur Relativierung: ich hab durchaus mehrmals lachen müssen, aber ich bin jetzt nicht direkt hochbegeistert von diesem Büchlein – meh.

Autor

Bov Bjerg (*1965), Schriftsteller und Vorleser. Studium in Berlin, Amsterdam und Leipzig.
Gründete mit Freunden die Literaturzeitschrift Salbader und mehrere Berliner Lesebühnen: Dr. Seltsams Frühschoppen, Mittwochsfazit, Reformbühne Heim & Welt. Lebt seit 1984 in Berlin.
Romane: Deadline (2008, vergriffen), Auerhaus (2015).
Geschichten: Die Modernisierung meiner Mutter (2016

Fazit: Ein Buch über Erwachsenwerden in objektiver subjektiver Betrachtung, den Zeitgeist der Jugend in den 70ern, ein bisschen rebellisch, aber zu wenig Gefühl und zu wenig Musik.
Eine Geschichte für alle, die lieber nüchtern auf Leben und Vergangenheit blicken und es ein wenig absurd mögen.

Plot                       ✪✪✪/5✪
Cover                    ✪✪✪✪✪/5✪
Charaktere           ✪✪✪/5✪

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