Michael Rubens – Playlist meiner miesen Entscheidungen: eine Rezension

Autor Michael Rubens
Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn
Titel Playlist meiner miesen Entscheidungen
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 350 Seiten
Verlag dtv Verlag
ISBN  3423740221
Preis 14,95 €
Genre Jugendbuch, Musik, Liebe
Erschienen 9. Juni 2017

Inhalt

Austin – das ist so dieser typische Junge, der zu cool für jeden und alles ist. Aber die schlacksige, nervige Art. Dieser eine Typ von der Schule, bei dem man denkt, dass ihm alles und jeder scheißegal ist.

Und das ist eine Geschichte aus seiner Sicht, das ist eine Geschichte aus der Sicht eines „zu coolen“ Typen, der für Mädchen Wonderwall auf der Gitarre spielt, ein Motarrad hat und immer, aber wirklich auch immer einen blöden lässigen Spruch bringen muss.

Meine Meinung

Es geht um Musik  und damit kriegt man mich dann ziemlich schnell. Wenn es um Musik geht.
Ich war spät dran und wusste, ich würde eine geraume Zeit beim Kieferdoc sitzen und warten. Ich hatte mein Buch daheim vergessen und mein Handy hatte noch 7% Akku. Also bin ich noch in eine Buchhandlung gerannt und hab nach hastigem Absuchen dieses Buch genommen. Weil es so leicht aussah.
Und das war es dann auch.

Ich hab die folgende dreiviertel Stunde Wartezeit zwischen Kleinkindern und pupertären Teenagern im Kopf eines Sechzehnjährigen zu coolen Typen mit dem Namen Austin verbracht. Er heißt übrigens Austin, weil seine Mama da geboren und aufgewachsen ist.

Beim Cover denkt man dann noch »Damn, das sieht Simon vs the Homosapiens-Agenda ziemlich ähnlich« und »hübsch, er hat ne Ukulele« und dann öffnet man es und taucht gleich mal ein in den ersten bescheuerten Satz, den dieser Junge sagt:

»Ich bin faul und ich bin ein Feigling, aber sobald ein Mädchen zuschaut, mach ich so gut wie alles.«

Und dieser Satz zieht sich so ziemlich durch das gesamte Buch.

Es ist eine nette Geschichte mit vielen Tiefen, mit Konflikt mit den Eltern, dem Stiefvater, Konflikt mit dem üblichen Schäger der Schule, Konflikt mit Freunden und ein *hihi* Mädchen.
Es ist aber auch eine Geschichte, mit Songschnipseln in seinem Kopf, mit sehr witzigen Dialogen und naja Kurzweil eben.

Es hat nicht nur äußerlich so eine Becky Albertalli Touch, sondern lässt auch im Inneren irgendwie in diese Richtung vermuten. Es ist ein ehrliches Buch, wie ich immer gerne sage.
Wir haben natürlich irgendwie eine Liebesgeschichte, aber eine, die nicht künstlich und so ultra unrealistisch kurzfristig entschieden wurde, sondern eine Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt und die auch zeigt, dass es wahrlich nicht so leicht ist.
Es gibt übrigens nicht nur eine Liebesgeschichte, aber das müsst ihr dann schon auch selbst lesen.

Austin hat eine große Fresse und nicht so unglaublich viel im Kopf, außer poetischen Mist, den er zu halben Songs zusammenpackt. Er kann wohl ziemlich gut Gitarre spielen und singen und er kann wirklich ein ganz schöner Feigling sein.

Die Personen um Austin herum sind nicht alle sooo vielschichtig. Es schleicht sich auch der eine oder andere platte Charakter mit einer 0815 Persönlichkeit rein, der zwar gut ins Setting und in die Rolle passt, aber genau so auch schon zu oft in der Popkultur vorgekommen ist.

Der Schreibstil ist schlicht und lustig und angenehm, mit poetischen Spitzen durch Songs und der Liebe zur Musik – sehr schnelle kurze Sätze, damit es eben für Jugendliche ein bisschen besser zu lesen ist.

Autor

Michael Rubens hat jahrelang Produktionen für die populäre „Daily Show with Jon Stewart“ geleitet, bevor er beschloss, richtig gute und richtig witzige Romane zu schreiben. Er lebt in Brooklyn und spielt Mandoline – oder versucht es zumindest…

 Fazit: »Playlist meiner miesen Entscheidungen« ist eine Geschichte mit viel Musik und Idiotie und Freundschaft und Familie und Liebe und Fehler, typisch coming of age, aber trotzdem mit dieser einen Prise Wohlfühlgefühl, das alle ein bisschen bei Austin ankommen lässt. Für alle die, die John Green, Becky Albertalli und Rainbow Rowell mögen. Aber auch für Musikliebhaber und die, die nicht immer alles so verklärt haben wollen, aber auch mal mit ein bisschen Kitsch klar kommen.

Plot                          ✪✪✪✪/5✪
Cover                   ✪✪✪✪✪/5✪
Charaktere                 ✪✪✪/5✪

[heute nicht so viele Zitate und keine selbstgemalten Bilder – sorry das ist im Moment zeitlich einfach nicht machbar]

 

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.