C’est l’histoire d’une trêve
Que j’avais demandée
C’est l’histoire d’un soleil
Que j’avais espéré
C’est l’histoire d’un amour
Que je croyais vivant
C’est l’histoire d’un beau jour

In meiner Familie ist Musik so ein Ding. Wir haben alle einen sehr ähnlichen Musikgeschmack, manchmal mit ein paar Ausschlägen (zum Beispiel mag ich noch Punkrock sehr gerne, das findet mein Papa nicht so großartig), aber trotzdem können wir oft leidenschaftlich über die gleiche Musik reden und auch mal wie blöd zur ganz lautgestellten Stereoanlage durchs Wohnzimmer tanzen.

Das ist vor allem dann ziemlich cool, wenn man dich gegenseitig Musik empfehlen kann und das ist bei diesem entzückenden französischen Lied auch der Fall, das hat mir mein Papa gezeigt.

Ich hab vorher noch nie irgendwas von „Les Poppys“ gehört, kenne aber diese manchmal sehr merkwürdige Faszination der Franzosen mit Knabenchören (wobei man die Deutschen da schon auch dazuzählen kann – wenn man nur an die Domspatzen oder die Windsbacher Knaben denkt).

Les Poppys sind aber noch ein bisschen cooler, weil die ziemlich poppige Lieder singen und auch recht viel selbst geschrieben haben.

Ihren Ursprung haben sie im Jahr 1946 gefunden, das heißt dann wohl, dass der Großteil der Ursprungsknaben keine Knaben mehr sind und vielleicht auch schon nicht mehr so ganz unter uns weilen.
Jean Amoureux (was für ein lustiger Name!) hat in genau diesem Jahr einen Knabenchor in Asnières gegründet und hat ähnlich wie andere Knabenchöre auch nicht so wirklich Kreativität bei der Namenswahl bewiesen. Am Anfang wurden sie noch „L’Alauda“ und dann „Les Petits Chanteurs d’Asnières en Ile-de-France“  genannt und haben unter diesen Namen auch schon Fernsehauftritte gehabt. Durch die Sendung „Ihr seid super!“ wurden sie auch erstmal bekannt.

Ne me regardent pas
Et pourtant, oui et pourtant
Et pourtant, je chante, je chante
Non, non, rien n’a changé
Tout, tout a continué
Non, non, rien n’a changé
Tout, tout a continué

Erst Jahre später, 1970 entstanden dann die richtigen „Poppys“. Eddie Barclay wollte in einem Projekt zusammen mit einer Kindergruppe aktuelle Themen (Protest gegen den Vietnamkrieg etc.) in Lieder verpacken konnte. Die Gruppe kam dann zu ihrem Namen, unter dem sie auch heute noch „bekannt“ sind. Die Bedeutung des Namens ist schnell erklärt: sie singen Pop und wenn man das verniedlicht kann man auch noch erkennen, dass die Sänger sehr nett sind – dass ich mir unter diesem Namen eher eine Gruppe von jungen Frauen, die alle Poppy heißen, vorstelle, ist ja egal. Die erste Singles „Noël 70“ und „Non, je ne veux pas faire la guerre“ kamen noch im gleichen Jahr raus. Weitere Fernsehauftritte, weil man kleine Jungs gerne als Sprachrohr für den Aktivismus benutzt. Ergebnisse des Erfolgs waren nicht nur der Applaus, der sie immer begleitet, sondern auch zahlreiche Preise und für „Non, rien n’a changé“ und „Isabelle, je t’aime“ sogar die goldene Schallplatte.
Dann kamen sie auch in internationalen Gewässern an und brachten in den 48 Jahren, die sie nun aktiv sind auch in verschiedenen Formationen und damit auch anderen Namen unterschiedliche Songs raus. Zuletzt neue Lieder kamen 2006 und 2007 raus, in 2016 wurde eine Neuauflage des bekannten „Non, non, rien n’a changé“ veröffentlicht.

Dieser Song wurde bereits 1973 geschrieben und veröffentlicht, gewann eine goldene Schallplatte und steigerte ihren Bekanntheitsgrad. Schon alleine der Stil des Videos verspricht eine warme, nostalgische Note, wenn dann die kleinen Jungen noch anfangen mit feinen Stimmen im schönsten Französchisch zu singen, dann ist man abgeholt.
Das Lied ist aber nicht nur mitreisend, sondern hat auch eine Intensität, die das Ernsthaftigkeit des Themas auch für die verständlich macht, die kein Französisch verstehen.

Les Poppys singen vom Krieg und von den Waffen und von den schlimmen Nachrichten, die sogar an Heiligabend nicht aufhören und immer noch kein Waffenstillstand herrscht. Sie singen davon, dass selbst sie, die kleinen Kinder das mitbekommen und sie denken an die Kinder, die da mittendrin sitzen, im Krieg und sie können es nicht verstehen, warum das so ist. Trotzdem werden sie nicht aufhören, auf diese Schandtaten aufmerksam zu machen, sie werden weitermachen bzw. continuer.

Kennt ihr das Lied? Die Band? Hört ihr überhaupt französische Musik? Was könnt ihr denn da so empfehlen? Was haltet ihr davon kleine Jungen für Aktivismus gegen Krieg und derartige Themen einzusetzen – ist das okay oder sollte eher noch nicht so sehr an diese Kinderherzen herankommen? Was haltet ihr allgemein von „Kinderstars“, die schon früh ins Rampenlicht geschubst werden und dann ganz oft daran zerbrechen? – Lasst es mich wissen!

#nichtshatsichverändert

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