Kategorie: Gedicht

nur mut

Wenn mir alles zu viel wird und der Kopf pocht, pocht, pocht Wenn ich plötzlich wieder aufwache tief in der Nacht, weil mich der Gedanke gar nicht sacht in grauenvoller Art und Weise wachhält. Das ist der fucking Perfektionismus, der mir das Leben schwer macht der mir den Kopf verstopft ein kreatives Loch erfasst und den ganzen Dreck aus dem Hypotalamus wieder im Strahl auskotzt. Ich hab keine Ahnung vom Gehirn, aber es klingt gut. Ich bin ein Panik-Mensch, ich hab Angst, ich werde kribbelig und SPONTAN ist sowas von die Hölle. Ich schreib gerne Listen, ich plane am liebsten...

Krasse Poesie über Magie

Meine Damen, meine Herren, treten Sie zurück! denn es ist Magie, die sie zugleich verzückt. Mein Zylinder sitzt gerade, mein Cape… steckt im Bühnenboden fest und ich vergesse meinen Text! Eigentlich wollte ich eine Jungfrau zersägen, Münzen hinter Ohren hervorziehen und majestätisch aus brennenden Fesseln entfliehen! ABER: Ich bin nunmal magisch vollkommen untalentiert, richtiggehend ein Tollpatsch, ein Trampeltier. Ich kann nicht mal einfache Kartentricks und keine farbigen Satintücher aus dem Ärmel ziehen, nein ernsthaft, wie soll das gehen? Und überhaupt, was ist daran Magie? Magie, das ist doch eigentlich Staub und alte Sprüche, alte Männer mit spitzen Hüten und langen...

Paul Celan: Die Todesfuge

Wir haben das Gedicht vor ein paar Wochen in der Schule besprochen und es war eines der ersten Gedichte, bei denen ich begeistert war, wie die Interpretation doch so unschlüssig ist und gerade deswegen fand ich sie so schlüssig. Die Lehrer und Poeten diese Welt sind immer der Meinung, ein Gedicht ganz genau interpretieren zu können und das war ihnen hier irgendwie nicht möglich, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie wir das sonst zu Gedíchten in der Schule hören. Gerade weil diese Arroganz, einen Dichter aus einer vergangenen Zeit, vollkommen verstehen zu können, einmal ausgeschalten war, hat es mir gefallen,...

Wir schreiben #6: Gedichte

»Schreibst du auch Gedichte? »Nein. Ich schreibe nicht.« »Siehst du!« Augustus Waters schrie beinahe. »Hazel Grace, du bist der einzige Mensch in Amerika, der lieber Gedichte liest, als welche zu schreiben. Das sagt so viel über dich aus.« -»Das Schicksal ist ein mieser Verräter« vn John Green Gedichte zu lesen ist wunderbar, die kurzen poetischen Wunder aus der Feder von Künstler, die entweder nicht so wirklich etwas aussagen und einfach nur gut klingen oder die eben eine so tiefe Bedeutung haben, dass ich mich ganz schwindelig fühle, wenn ich es ganz erfasst habe. Ich mag gerne Gedichte von Rilke, aber...

Advent von Rainer Maria Rilke

Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt, und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird; und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin – bereit, und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit. Was haltet ihr von Gedichten? Wie findet ihr Rilke? Erscheint euch die Stimmung im Gedicht weihnachtlich?

Julia Engelmann: »Wir können alles sein«

Die einen wollen, dass wir etwas werden, die anderen wollen, dass wir etwas bleiben. Doch was wollen wir? Was wollen wir sein? Auch wenn Dinge sich verändern, die Welt an sich bleibt immer gleich. Daher müssen wir nichts werden, wir können jetzt schon alles sein. Wenn sie nicht an uns glauben und wenn sie uns unterschätzen, dann nur, weil sie in uns sehen, was sie von sich selbst kennen. Wir lassen uns nicht stoppen, wenn sie wollen, sollen sie reden, wie schauen auf uns selbst, um entschlossen weiterzugehen. Das hier ist das Willy-Wonka-Ticket, das hier ist der Freifahrtschein, ist Wunschkonzert...

Gedichte: Die Spiegel unserer Seele?

Gedichte – kann man lesen und schreiben oder nur lesen oder nur schreiben. Man kann sie auch noch analysieren, in Formalitäten ertränken und bis zum Erbrechen auf schulischer Ebene durchkauen. Ein ganz klares Statement: Ich brauche das Versmaß oder meinetwegen auch die Deutungshypothese eines Gedichtes nicht zu wissen, es muss mich nur berühren. Gedichte sind etwas wundervolles. Vor ein paar Jahren und vielleicht auch noch heute ab und an, zähle ich mich zu den Menschen, die gut und gerne manchmal Gedichte niederschreiben, die sich reimen oder auch nicht. O sie gut sind oder berühren, kann ich nicht sagen, die meisten...

Alfred Lichtenstein: Die Dämmerung (1911)

Ein dicker Junge spielt mit einem Teich. Der Wind hat sich in einem Baum gefangen. Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich, Als wäre ihm die Schminke ausgegangen. Auf lange Krücken schief herabgebückt Und schwatzend kriechend auf dem Feld zwei Lahme. Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt. Ein Pferdchen stolpert über eine Dame. An einem Fenster klebt ein fetter Mann. Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen. Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an. Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.

  The Mermaid A mermaid found a swimming lad, Picked him for her own;Pressed her body to his body, Laughed; and plunging down, Forgot in cruel hapiness That even lovers drown. William Butler Yeats

Der Erlkönig – Johann Wolfgang von Goethe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst Vater, du den Erlkönig nicht! Den Erlenkönig mit Kron‘ und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. Du liebes Kind, komm geh‘ mit mir! Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir, Manch bunte Blumen sind an dem Strand, Meine Mutter hat manch gülden Gewand. Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Was Erlenkönig mir leise verspricht? Sei ruhig,...